• Sonja Hollerbach

Unternehmen scheitern bei der Nutzung von Mitarbeiter-Feedback Tools. Warum?

Aktualisiert: 4. Juni 2019


Wenn es um die Einführung und Nutzung von Feedback Tools für Mitarbeiter geht, stellt sich oft relativ schnell die Frage warum das Tool nicht die gewünschten Ergebnisse bringt. Einem integralen WARUM widme ich mich in folgendem Beitrag.


Tools als Verstärker von bereits Bestehendem


Vielleicht finden Sie sich in folgenden Worten wieder: Das Unternehmen WeNoSpeakhat gerade ein Feedback-Tool implementiert welches regelmäßiges ad-hoc Feedback unter den Mitarbeitern fördern soll. Der HR Manager von WeNoSpeakerwartet nun höchstmotiviert einen rapiden Anstieg des Feedbacks zwischen den Mitarbeitern. Zwei Wochen nach dem Go-Live blickt der HR Manger erwartungsvoll in die Tool Statistik. Nichts. Leere. Es hat kein einziges Feedback stattgefunden. Er fasst sich an den Kopf „wie kann das denn sein“, das Tool ist doch eine wunderbar einfache und praktikable Möglichkeit um Feedback auszutauschen!


Woran könnte das wohl liegen? – Ein Blick in die Feedbackgewohnheiten VOR der Tool Einführungbringt den gewünschten Aha-Effekt. In meinem vorherigen Blogbeitrag habe ich vorgeschlagen Feedback als eine Haltung zu sehen, welche von der Qualität der einzelnen, zwischenmenschlich ausgetauschten Sprachelemente beeinflusst wird. An diesen Punkt knüpfe ich nun an. Das Feedbackverhalten der Mitarbeiter wird definiert durch die Selbstverständlichkeit des regelmäßigen Austauschs von Erlebtem und Wahrgenommenen am Arbeitsplatz. Bei WeNoSpeakbestand die Selbstverständlichkeit darin, jeden Einzelnen ungestört seine eigenen Aufgaben abarbeiten zu lassen. Ein Austausch zu arbeitsbezogenen Themen bezog sich wenn, dann auf die neue striktere Pausenregelung oder das fabelhafte Mensaessen. Alleine der Gedanke seinem Kollegen Feedback zu seiner Arbeit zu geben erschien den Mitarbeitern als unangemessen. Diesen Umstand beobachtete der HR Manager von WeNoSpeak seit längerem kritisch. In Gesprächen mit einem befreundeten Mitarbeiter des Unternehmens TalkToImproveschnappte er die vielversprechende Idee eines firmenweiten Feedback Tools auf. Anhand dieses Tools erreichte TalkToImproveeine Erhöhung der Feedbackfrequenz, was sich ebenso positiv auf die Qualität der Arbeitsergebnisse auswirkte. Mit dieser Erfolgsstory im Hinterkopf begab sich der HR Manager von WeNoSpeakauf die Suche nach einem geeigneten Tool und wurde rasch fündig. Das Tool wurde kurz darauf eingeführt und den Mitarbeitern als neue, innovative Möglichkeit der Feedbackgebung vorgestellt. Der Enthusiasmus des HR Managers übertrug sich – wie wohl zu erwarten war – nicht auf die Belegschaft. In ihren Augen blieb gegenseitiges Feedback – ob persönlich und analog oder digital – eine unangemessene Rüge.

Wie kann es sein, dass TalkToImprove solche Erfolge mit seinem neuen Tool erzielte, während WeNoSpeak keinerlei Änderung zum Ist-Zustand erreichen konnte? Schauen wir uns hierzu die Haltung der Belegschaft gegenüber Feedback bei TalkToImprove an. Bereits seit einiger Zeit arbeitet TalkToImprove an einer Vitalisierung der internen Feedbackfreudigkeit. Hierzu gab es bereits einige intensive Workshops mit Führungskräften und Mitarbeitern, in denen das bestehende Verständnis für Feedback plakativ aufgearbeitet und neue Ideen vorgeschlagen wurden, wie Feedback, gemäß des gewünschten Soll-Zustandes, wahrgenommen werden kann. Nach und nach stieg die Bereitschaft Feedback zu geben sowie zu empfangen an, bis man aufgrund von Zeitmangel und geografischer Verteilung an analoge Grenzen stieß. Im Zuge dessen entschloss sich TalkToImproveim Einverständnis der Mitarbeiter, ein digitales Smartphone Tool hinzuzuziehen.

Ins Allgemeine übertragen lässt sich festhalten, dass eine Implementierung von Feedback-Tools hauptsächlich das bestehende Feedbackverhalten verstärkt. Findet Feedback bisher regelmäßig aus freien Stücken im Unternehmen statt, so wird das Tool diese Feedback-Interaktion unterstützen. Sucht man allerdings bisher bereits vergeblich nach Feedback-gleicher Interaktion zwischen den Mitarbeitern, so ist auch das Feedback-Tool nicht als Universallösung zu betrachten.

Selbstverständlich gibt es erfolgsversprechende Wege Feedbackvitalität, -verständnis und -regelmäßigkeit im letzteren Fall positiv zu beeinflussen. Sprechen Sie mich dazu gerne an.


Tipp:


Analysieren Sie Ihr bestehendes Feedback Verhalten - möchten Sie dieses verstärken oder sollten Sie zunächst auf die Interaktion auf die gewünschte Stufe bringen?


Ihre Sonja Hollerbach

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